FAQ
Trauma

In einer komplexen, fragmentierten Gesellschaft sind immer mehr Menschen von Traumata und ihren Folgen betroffen, und das bereits ohne Sonderereignisse wie aktuell Covid-Pandemie und der Angriffskrieg in der Ukraine.
Gleichzeitig  mentale Stärke und Stabilität auf persönlicher und gesellschaftlicher Ebene die Basis, um gute, nachhaltige Lösungen für anstehende Herausforderungen zu finden und gemeinsam umzusetzen.

Was bedeutet Trauma?

"Trauma" als Begriff kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt Wunde. Chirurgen bezeichnen damit körperliche Verletzungen. In der Psychotraumatologie beschreibt der Begriff seelische Verletzungen und deren Folgen. Traumatisierende Erlebnisse, die zu seelischen Verletzungen führen können, überfordern die seelischen Schutzmechanismen der Betroffenen. Zu viel, zu schnell, zu plötzlich - immer dann, wenn ein Ereignis, auch als Zeuge erlebt, das Aufnahmevermögen eines Menschen überwältigt sprechen wir von einem traumatischen Ereignis. Erlebnisse dieser Art führen zu einem seelischen Schock, da sie außerhalb der normalen menschlichen Erfahrungen liegen und häufig mit Todesangst, Hilflosigkeit, Entsetzen und dem Gefühl des Ausgeliefertseins verbunden sind. Solche Erfahrungen können schwere Unfälle, Erkrankungen und Naturkatastrophen sein, aber auch erhebliche seelische, körperliche und sexuelle Gewalt sowie schwere Verlust- und Vernachlässigungserfahrungen.


"Trauma ist nicht das, was Dir passiert, sondern das, was Du erlebst."

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Was sind Traumafolgen?

Traumatische Ereignisse sind dadurch charakterisiert, dass sie bei fast jedem Menschen eine tiefe seelische Erschütterung mit einer Überforderung des biologischen Stresssystems verursachen. Die Folgen dieses Erlebens zeigen sich sowohl seelisch wie körperlich. Durch die Überflutung des Gehirns mit traumatischen Erlebnissen können diese nicht angemessen verarbeitet und wie andere Erlebnisse in das normale Gedächtnis integriert werden. Dies kann zu quälenden und belastenden Symptomen wie z. B. Wiedererleben/Flash backs führen.

Ob sich jedoch tiefgreifende Störungsbilder als Folge von traumatischen Erlebnissen entwickeln, hängt ab von den Umgebungsfaktoren, persönlichen Risiko- und Schutzfaktoren, aber auch die Schwere und Dauer der Traumatisierung.

Wir unterscheiden zwischen kurzfristigen und langfristigen Traumafolgen. Kurzfristige Traumafolgen sind normale Reaktionen auf ein unnormales Ereignis. Diese können u.a. sein: Unregelmäßigkeiten im Schlafrythmus, mehr/weniger Appetit, Gereiztheit, Aggression, innere Unruhe, starkes Bedürfnis nach Rückzug, Albträume.
Diese Reaktionen dienen der Selbstheilung des Körpers und der Verarbeitung des Geschehens und klingen unter günstigen Umständen in der Regel nach circa 7 Tagen ab.

Langfristige Traumafolgen, dann Traumafolgestörungen, treten auf, wenn das Geschehen nicht oder noch nicht verarbeitet werden konnte, dazu können Symptome zählen wie Depression, Angststörungen, Alkoholismus, Medikamentenmissbrauch.

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Was ist eine Post-traumatische Belastungsstörung (PTBS)?

Eine Posttraumatische Belastungsstörung ist eine psychische Erkrankung, die als Folge auf ein traumatisches Erlebnis auftreten kann mit anhaltenden Symptomen über mehrere Wochen. Dabei stehen Wiedererleben (Flash-backs), Vermeidung und das Gefühl ständiger Bedrohung im Vordergrund.

In seltenen Fällen kann es Jahre oder sogar Jahrzehnte nach dem oder den Ereignissen erstmals zu Traumareaktionen kommen. Wir sprechen dann von einer late-onset PTSD. Aktuelle Anforderungen wie die Sicherstellung des Überlebens in Katastrophengebieten oder die alleinige Sorge um Kinder können innere Kräfte mobilisieren, die über lange Zeit die soziale, mentale, körperliche, berufliche Funktionsfähigkeit aufrecht erhalten, und so das Geschehen aus dem Bewusstsein verdrängen.

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Ist jeder Mensch, der eine traumatische Erfahrung macht, traumatisiert?

Ja, auch wenn nur circa 30-40% der Menschen, die ein traumatisierenden Erlebnis hatten, behandlungsbedürftige Traumafolgen entwickeln.

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Kann man Trauma vorbeugen?

Ausnahmesituationen und kritischen Ereignissen lässt sich nicht vorbeugen, anders als den Folgen, respektive Folgestörungen.
Präventiv wirken hier die persönliche innere Widerstandsfähigkeit , Resilienz zusammen mit Psychologischer Erster Hilfe.
Seelische Verletzungen lassen sich im Leben nicht vermeiden, analog zu körperlichen Verletzungen können wir jedoch Chronifizierung und Spätschäden mit einem gesunden Immunsystem und den richtigen Psychologischen Erste Selbst-Hilfe Massnahmen verhindern bzw vermindern.

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Was versteht man unter Post-Traumatic Growth?

Unabhängig von Art und Schwere des traumatisierenden Ereignisses gelingt es manchen Menschen, an der Verarbeitung und Integration persönlich zu wachsen. Diese Menschen beschreiben ihr Leben als erfüllter und sich selbst als zufriedener und stärker als vor dem oder den Ereignissen und finden nicht selten einen Sinn in diesem Ereignis ihrer Biografie.
PTG ist somit das, was wir als positive Traumafolgen bezeichnen können. Studien zufolge unterstützen eine stabile persönliche Resilienz und die Anwendung Psychologischer Erster (Selbst-) Hilfe im Fall des Falles die Entwicklung von Post-traumatic-Growth.

Corinna Cremer für skyminds

skyminds setzt sich ein für eine traumainformierte Gesellschaft.

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