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Peer System - Psychologische Erste Hilfe durch kollegiale Helfer.

Begriffsklärung, Einsatz und Nutzen in Organisationen.

Für die Verarbeitung von traumatischen Ereignissen spielt die professionelle Betreuung in der Akutphase (bis zu max. 24 Std nach dem Ereignis) eine entscheidende Rolle. Diese Betreuung kann von kollegialen Helfern (Peers) geleistet werden, die als Psychologische Ersthelfende ausgewählt, geschult und eingesetzt werden.

Das Ziel der Krisenintervention durch Peers ist die Stabilisierung der Betroffenen. Das Erlebte soll rasch verarbeitet und der Ausprägung einer Posttraumatischen Belastungsstörung und anderen unerwünschten Folgestörungen soll vorgebeugt werden. 

 

In Organisationen wie Unternehmen und Verwaltungen ist es gesetzlich vorgeschrieben, Brandschutz- und Ersthelfer für den Bedarfsfall auszubilden und einzusetzen. 

Zur Fürsorgepflicht öffentlicher und privater Arbeitgeber gehört auch, psychosoziale Notfallhilfe im Bedarfsfall anbieten zu können. Das kann durch ein externes Kriseninterventionsteam oder durch kollegiale Helfer, die sogenannten Peers, ermöglicht werden.

 

In der Akutphase sind die von Arbeitgebern eingesetzten Peers die beste Lösung. Sie kennen die Organisationsstruk-tur und -kultur und sind direkt vor Ort, sodass die Unterstützung zeit- und arbeitsplatznah umgesetzt werden kann. Während es häufig Hemmschwellen gibt, externe Unterstützung aufzusuchen, zeigen die Erfahrungen der letzten Jahre, dass die Peer-Unterstützung sehr gut angenommen wird.

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Die Peers sollten auch aus Gründen des Selbstschutzes gut auf ihre verantwortungsvolle Tätigkeit vorbereitet werden, ein Peer-Einsatz versteht sich als präventive Maßnahme. Er ermöglicht es, nicht nur Traumatisierungen, sondern auch psychischen Erkrankungen vorzubeugen, die sich infolge stark belastender Ereignisse entwickeln können. Dazu zählen posttraumatische Belastungs- und Anpassungsstörungen, Depressionen, Angststörungen und substanzbezogenen Störungen (Sucht).

Ob und wie Peer-Hilfe geleistet wird, kann ausschlaggebend dafür sein, dass die Betroffenen das traumatische Ereignis verarbeiten können oder ob sie sich (frühestens nach 4–6 Wochen) einer trauma- oder psychotherapeutischen Behandlung unterziehen müssen.

 

Das Ziel der Betreuung besteht darin, psychische Belastungen zu reduzieren, aktuelle Bedürfnisse zu erkennen und angemessenes Verhalten zu begünstigen. Zielgruppen für eine Peer-Unterstützung sind Betroffene von Unfällen, Überfällen, Terrorlagen und Naturkatastrophen sowie Kollegen, Angehörige, Zeugen. Kernelement der Peer-Unterstützung ist die Entlastung und Stabilisierung des Betroffenen, ein Gefühl von Sicherheit wird gefördert, welches essentiell für eine gesunde Verarbeitung des Geschehens ist. Soziale Ressourcen werden erkannt und aktiviert, die Selbstwirksamkeit und das Kontrollerleben der Person gestärkt. Auch die aktuellen Bedürfnisse sollen berücksichtigt und Informationen zur Bewältigung und Psychoedukation ("skyminds Handout Ersthilfe für Betroffene“) gegeben werden. Des Weiteren werden die Betroffenen im Bedarfsfall über weitere psychosoziale Kontakte informiert.

 

Die Implementierung eines Peer-Systems in der Organisation hat vielfältige, belegte Vorteile wie u.a. Senkung des Krankenstandes, Bindung von Mitarbeitenden, weniger Unfälle, betrieblich und privat, gesünderer Umgang mit Belastungen, Aufbau der menschlichen und systemischen Resilienz.

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Näheres zu wirtschaftlichem Nutzen, Voraussetzungen, Ablauf und branchentypischen Kriterien besprechen wir gerne persönlich.

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Wir unterstützen Menschen in Organisationen bei Ausnahmesituationen und Extrembelastung in Prävention und Intervention.

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